Schabernack16.11.2005 18:26h

Und weil der Ricardo ein Ricardo ist,
drum tauscht er gerne Wein gegen Tuch,
das ist der komparative Kostenvorteil,
den jedes Land für sich verbucht.

Drum links, zwei, drei! Drum, links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Ricardianer ist!
Reih dich ein in die Wirtschaftereinheitsfront,
weil du auch ein Wirtschafter bist.

Und weil der Smith ein Smith ist,
drum hat er das Geheimnis erkannt:
es ist der Zauber der freien Marktwirtschaft,
genannt: die unsichtbare Hand

Drum links, zwei, drei! Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Liberaler ist!
Reih dich ein in die Wirtschaftereinheitsfront,
weil du auch ein Wirtschafter bist!

Und weil der Keynes ein Keynes ist,
drum sieht er bei Konjunkturzyklen rot.
„Da muss der Staat für Ordnung sorgen,
sonst geht die Binnenwirtschaft tot!“

Drum links, zwei, drei! Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Keynesianer ist!
Reih dich ein in die Wirtschaftereinheitsfront,
weil du auch ein Wirtschafter bist!

- Einer alten Schlampe namens Marktwirtschaft gewidmet -

Schabernack08.11.2005 19:33h

Das bin ich, der gestiefelte Keilof. Das Foto hat meine liebe Mama gemacht, die beste Mama von der Welt, die mich sogar im Hundeknast von Neukaledonien besucht hat, als ich dort wegen der Verbreitung der Tollwut einsaß.

gestiefelter keilof

Was Bilder von El Flamingo angeht, da befindet sich in meinem persönlichen Besitz leider nur folgendes Fahndungsplakat aus unserer „wilden Zeit“ im us-amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet.

el flamingo

Und das hier sind unsere Eltern, wer von wem ist wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall hatten sie einen geilen Trip.

Ganz ganz böse07.11.2005 19:21h

Aufstand in den französischen Banlieus.

„Und bald werden die Kommissionen ihre Berichte vorlegen; und wie die Armut & Hungersnot-Kommissionen, die zu berichten wussten, dass da unten ein paar armselige unterernährte Kanacken rumkrebsen, werden sie uns berichten, dass es auch welche gibt, die im Oberstübchen unterernährt sind. Und dann wird alles wieder in Vergessenheit geraten; bis zur nächsten ‚Affekthandlung‘, und bis zur nächsten Stadt, die in Flammen aufgeht. (…) Während die simple Wahrheit ist, daß sich einige von uns elend fühlen, weil sie unter elenden Bedingungen leben müssen, und dass sich das ohne weiteres ändern ließe.“

- Charles Bukowski, Aufzeichnungen eines Außenseiters

Dazu gibt es nicht mehr zu sagen.

Schabernack05.11.2005 15:39h

Also wirklich, wer es bis heute nicht wusste, hier ist der Beweis!

schweini

Mahlzeit!

Der gestiefelte Keilof01.11.2005 22:44h

Was wissen diese Leute, die sich so das Maul zerreißen, schon? Das hier ist die wahre Geschichte von Frank W. und ich meine damit: die einzig wahre.
Frank W. erschien pünktlich zur Spätschicht in der Metalldreherei. Er trug eine Schusswaffe unter seinem Arbeitskittel. Er sah seine Kollegen und hörte, wie sie ihn grüßten. Er entschloss sich, es nicht zu tun. Frank W. grüßte zurück und ging auf die Toilette. Dort setzte er sich in seine Stammkabine, hielt sich mit der einen Hand die Waffe an den Kopf und umklammerte mit der anderen seinen Penis. Der Penis wurde steif. Er entschloss sich, es doch nicht zu tun. Er holte sich einen runter und dachte an seine Frau und die erste Nacht, die er mit ihr gehabt hatte. Er kam. Er hatte einen großartigen Orgasmus. Und noch einen. Und noch einen. Und einen weiteren. Und noch einen weiteren. Dann bekam er einen Herzanfall und starb.
Ungläubig erhob Frank W. sich aus seinem verstorbenen Körper und betrachtete diesen. „Was für eine scheiß Art zu sterben soll das denn sein?!“ rief er aus. Unter einem spektakulären Abgang hatte er sich etwas ganz anderes vorgestellt als das hier. Seine Kinder würden in der Schule gehänselt werden, seine Frau würde mit beschämt nach unten geneigtem Gesicht durch die Nachbarschaft gehen müssen. Angesichts dieser Tatsache hätte er sich am liebsten gleich noch mal umgebracht. Er wollte doch niemandem eine Schande machen! Frank W. seufzte. Es war zu spät. Er zuckte mit den Achseln und verließ die Toilette, verabschiedete sich von seinen Kollegen, seinem Arbeitsplatz und der Maschine, an der er viele Jahre gearbeitet hatte. Alles würde anders werden. Er ging hinaus. Alles war anders.
Der Himmel war strahlend grün und orangefarbene Wolken zogen ihre Bahnen. Er lief über goldenen Asphalt, er sah blaue und weiße Autos kopfüber vorbeifahren. Menschen gingen über den Erdboden zwischen den Gebäuden oder die Wände der Gebäude hinauf und hinunter, wie es ihnen gerade gefiel und je nachdem, wie eilig sie es hatten, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Er streichelte einen Hund, durchsichtig wie eine Qualle. An einer Straßenecke betrat er ein einladendes Sadomasolokal, dessen Front elfenbeinweiß gestrichen war.
Hinter der Rezeption stand eine wunderschöne Domina mit bronzebrauner weicher Haut und pinkfarbenen Haaren. Sie trug knappe und enge Lederbleidung und kniehohe Stiefel, alles in Pink. Sie hatte die freundlichsten Augen und das freundlichste Lächeln, das Frank W. je gesehen hatte. Bei ihrem Anblick überkam ihn ein warmes Gefühl der Geborgenheit, wie er es aus den Tagen seiner Kindheit kannte, wenn er rundum zufrieden am Busen seiner Mutter gedöst hatte. Die Domina nahm seinen Kopf in beide Hände, küsste ihn und hauchte ihm ein „Komm mit mir“ ins Ohr. Frank W. folgte ihr durch das mit weißem Pelz ausgeschmückte Innere des Ladenlokals und eine Treppe hinauf. Auch hier war alles mit weißem Pelz ausgelegt, die Decke, der Boden, die Wände, alles. Sie führte ihn in einen Raum und wies ihn an, sich auszuziehen und auf den Boden zu legen. Frank W. war ruhig und entspannt und glücklich. Und als sie ihn mit einer Technik fesselte, die ihm völlig unbekannt war, und zärtliche Wörter aus ihrem Mund nahm und ihn damit einbalsamierte, stieg die Geborgenheit zu einem solchen Gefühl von Glück und Zufriedenheit an, dass er mit einem Stoßseufzer all sein Elend ausstieß. Die Domina fing es mit einem wunderbaren Lachen auf und küsste es: es verschwand. Dann lächelte sie ihn mit einer Liebe an, wie sie ihm noch nie begegnet war. Und begann.
Sie massierte seine Brust und es wölbten sich Brüste unter seinen Brustwarzen hervor. Dieser Vorgang überraschte oder schockierte ihn keineswegs: nichts schien natürlicher als das. Dann wandte sie sich seinem Schritt zu und streichelte seine Genitalien. Schon bald war an die Stelle dieser eine Vagina getreten. Sie massierte nun seinen ganzen Körper, küsste und hauchte und lachte und lächelte. Als die Session beendet war, band sie ihn los und ging mit ihm neue Kleidung kaufen. Nach dem Einkauf setzten sie sich in ein nettes kleines Eiscafé in sanften cremefarbenen Tönen und plauderten. So begann Frank W. seine neue Existenz.
Er oder sagen wir lieber: Sie (denn er nannte sich fortan nur noch Francine) ist nun schon seit mehreren Jahren mit dieser wunderschönen Domina liiert. Francine ist ein glücklicher Mensch, auch wenn einige behaupten, sie wäre nur ein geisteskranker Metalldreher, den die Depression in eine psychotische Wahnwelt getrieben hätte. Aber was wissen diese Arschlöcher schon, die haben doch keine Ahnung!

Musike31.10.2005 12:29h

Ahlen/Schuhfabrik, ca. 250 Zuschauer

Der Abend fängt nicht so an, wie man sich das vorstellt. Schon beim Einbiegen auf den Parkplatz, schauen wir uns etwas verdutzt an und parken den Wagen neben den 4 schon da stehenden. Zum Glück sieht es drinnen anders aus, was den ersten Schreck nur noch als Schreckchen erscheinen lässt.
Schrecken stellt sich dann wieder bei der Vorband ein (Den Namen braucht man sich nicht zu merken, ich hab nicht einmal gewagt danach zu fragen). Ein völlig unausgegorener Sound wabbert da aus den Boxen. Zwar haben sie nette Ideen, aber dabei bleibt es auch. 20-30 % fehlen der Band, damit man sagen könnte, das ist interessant. Dazu ein Sänger, der aus dem Metal-Bereich kommt und ohne Zweifel seinen Qualitäten dort besitzt. Diese sollte er aber lieber dort zeigen und nicht in einer Band, die sich auf Pfaden des Prog-Rock zu befinden scheint.
Dann Oceansize, eigentlich hab ich keine Erwartung. Die Scheibe find ich genial, was noch lange nicht heißt, dass es Live ebenso funktioniert. Drei Gittaristen lassen mich aufgrund der vorangegangen Sounddefizite etwas ungläubig werden. Als ich dann aber das wohl ca. 1×1 große Brett mit den Effekten sehe, freu ich mich, erst mal leise. Die ersten zwei Stücke läufst musikalisch rund, soundtechnisch noch nicht ganz so, das legt sich aber mit dem dritten Stück. Von da an heißt es anschnallen und mitreißen lassen von einer wunderbaren Band, die es optimal versteht Härte, Druck und seicht fließende Harmonie zu verbinden. Es läuft, das Publikum scheint ein wenig ungläubig ob dem, was da grade vor ihnen passiert. Man kann sich nicht entziehen, selbst wenn man wollte. Es wummert und wabbert, Schrei und Stille, alles fügt sich in ein großes Ganzes. Irgendwann dann, ist das Konzert vorbei. Auf Nachfrage stelle ich fest, dass 1 ½ Stunden vergangen waren, ohne einmal auf die Uhr geschaut zu haben. Allein das beweist was für einen großen Auftritt ich soeben miterleben durfte. Das Gleiche werde die 249 anderen Personen auch gedacht haben, denk ich mir, als ich bei der Beleuchtung des Raums einmal in die Runde schaue. Jetzt freu ich mich auch laut.

Ganz ganz böse26.10.2005 11:27h

Bei Echtzeit entdeckt:

naziscum

Ladies and gentlemen: The Prussians!

„We‘re proud of being white, we want to keep being white,“ sagt die blonde Lynx. „We want our people to stay white … we don‘t want to just be, you know, a big muddle. We just want to preserve our race.“ „We like Avril Lavigne, Green Day and ACDC.“ „And Final War, CutThroat, Brutal Attack and of course Skrewdriver.“

Ob die „Supernanny“ wohl die Entnazifizierung dieser zwei total verzogenen Gören übernehmen würde? Hmm…

Schabernack25.10.2005 20:20h

Mehr solcher schönen Albernheiten gibt es hier.

El Flamingo19.10.2005 13:04h

Zog einer aus um Religion zu erkennen,
traf einbeinigen Krüppel.
„Was war? Was ist? Gib Erklärung!“


Paradies Erlösung

\ /


Religion

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Beinstumpf

Ging nach Haus und besoff sich.

Der gestiefelte Keilof18.10.2005 15:07h

Irgendwo hab ich gelesen, man sollte sein Badezimmer mindestens einmal pro Jahr putzen. Seit einiger Zeit weiß ich auch warum. Nicht nur, dass ich und meine Mitbewohner an Infektionskrankheiten leiden, von denen selbst die Weltgesundheitsorganisation noch nie gehört hat. Nein, die Silberfische haben angefangen, mit uns zu sprechen. Das erste Mal ist das mir aufgefallen. Ich saß auf dem Pott und ließ genußvoll einen sehr sehr großen Schiss ab und plötzlich hörte ich: „Heeeeeee, Aldaaaaaaaaaa! Lad deine Fäkalien woanders ab, du Mistfink!“ Vor meinen Füßen hatte sich eine mindestens fünfzigköpfige Gruppe von demonstrierenden Silberfischen mit kleinen Schildern und Transparenten versammelt, deren Schrift unleserlich klein war. Ein Silberfisch war auf einen Brocken Seife geklettert und heizte über einen Lautsprecher die anderen an. „Aldaaaa, verpiss dich! Unsere Toilette soll sauber bleiben! Spül dich selbst runter, du Arsch!“ Dann skandierten sie etwas. Ich musste genauer hinhören, um es zu verstehen, doch schließlich konnte ich es hören: „Wir sind die Antifä! Wir sind die Antifä! Wir sind die Antifä!“ „Ihr seid was?!“ fragte ich. „Antifä, du Volldepp!“ schrie der Anheizer, „Die antifäkalische Bewegung stattet dir nen Hausbesuch ab!“ „Antifä- hähähä!!!“ rief ich und stampfte mit den Füßen dicht neben den aufgebrachten Silberfischen auf den verdreckten Kachelboden. Die Versammlung löste sich in Panik auf. Ein paar Silberfische versuchten Widerstand zu leisten, indem sie mit zu Boden gefallenen Haaren, die beim Haareschneiden heruntergefallen waren, auf meine Stahlkappen eindroschen und Tabakkrümel und dicke Flusen nach mir warfen, doch ich pustete sie einfach weg. In Windeseile verschwanden die Silberfische wieder durch die Ritzen hinter die Tapete. Als ich schon dachte, ich hätte Ruhe und könne entspannt weiter meine Fäkalien in die Kloschüssel hinabgleiten lassen, steckte der Anheizer seinen Kopf aus der Ritze in der Tapete, schrie: „Wir kommen wieder! Verlass dich drauf!“ und war dann wieder verschwunden. „Ihr seid sowas von dämlich“, rief ich ihm nach, „ihr wisst wohl nicht, dass Klos dafür gebaut wurden, das man hineinscheißt! Kein Klo ohne Fäkalien!“ Ich hörte es aufgebracht murmeln und flüstern hinter der Tapete: „Is das wahr, was er da sagt? Haben wir uns tatsächlich so zum Idioten gemacht?“ Schließlich kroch der Anheizer unter der Tapete hervor und sagte kleinlaut: „Okay, wir verhandeln.“ Ich wischte mir nur genervt den Hintern, spülte ab und begab mich auf die Suche nach dem Putzzeug. Die Silberfische und ich wurden noch gute Freunde und führten interessante politische Diskussionen über Mülltrennung und Abwasserentsorgung.