El Flamingo06.08.2006 18:47h

„Ich sitz grad aufem dach in barcelona. da schau ich mir das feuerwerk an und denk an dich. hier kannste nachdem abgestimmt wurde auch mit deinem bulli drauf, dann kannste hier wohnen. die große halle ist immer voll, da is jeden abend was los. jetzt such ich mir noch ne hübsche spanierin und dann bleib ich hier. gut, dass ich mein handy mithab und den laptop. ich flieg dann mal die tage wieder rüber, muss noch zu meinem professor, der bietet mir ne doktorstelle an. brauch nur für den rumfahren und leute befragen. oh, jez bin ich in nen splitter getretten. aber bei der hornhaut ist das egal. Gäähhhnnn.“

nadann

El Flamingo04.08.2006 15:25h

„Du ich glaub ich fahr auf soen Festival. Is bei Köln, ne. Da läuft so Reggae und elektrozeug. Aber am besten ist das rundherum, da gibs auch workshops. Kannste morgen yoga machen, später gibs dann partnerakrobatik und am nachmittag bastel ich mir dann mit den anderen zusammen meinen individuellen traumfänger. Ach echt die bieten soviel an, echt ne. Jonglieren und so, is echt ganz entspannt da. Nur lockere leute. Kannst zu jedem hingehen, sind echt alle voll entspannt, ne. Ja, werd dann wohl so bis sonntag bleiben, dann besuch ich erstmal ein paar leute. Komm doch mit wird super, baby.“

El Flamingo19.10.2005 13:04h

Zog einer aus um Religion zu erkennen,
traf einbeinigen Krüppel.
„Was war? Was ist? Gib Erklärung!“


Paradies Erlösung

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Religion

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Beinstumpf

Ging nach Haus und besoff sich.

El Flamingo18.10.2005 10:12h

die stadt ist leider schon abgebrannt.
die junkies haben die macht an sich gerissen und versorgen jeden
rentner und hartz IV empfänger mit reinsten heroin. man kann nur noch am
helligten tag die bude verlassen. nachts wird man sofort ausgeraubt oder
gleich erschossen. die einzelnen banden haben ms unter sich aufgeteilt und
fordern von jedem bewohner ihres viertels schutzgeld.
ja, mein lieber so siehts hier momentan aus, wärst de mal hier geblieben, im
großstadtdschungel ms. so geht dir einiges ab hier.

El Flamingo17.10.2005 10:05h

Wimbledon und Gernot irrten mal wieder zeitlos umher. Uni, Uni-ver-si-tät, das ist ihr Programm.
„Wenn was los ist, dann heut nicht“ trauerte Wimbledon, so einen Tag hatte er noch nie besessen, erst die arglose Mutter, die ihn im nahegelegenen Aldi beinahe die Hand beim Zuziehen des Deckels der Tiefkühltruhe, die leer, lang und schön ist, abgetrennt hatte; dann verwechselte ein riesiger Hundfänger ihn mit einem ganz kleinem Schäferhund und wollte ihn kaputt machen, zu Brei.
„Wieso nichts da los da? Ich bin heute siebzehn mal drei. Und, und, und, und…“ erwiderte Gernot.
„Jetzt sag, was du zu sagen hast, du vom Feuer vertriebener Wanderzirkus.“
„Als unsere Hauswand letzte Woche von dem Malerunternehmen gestrichen wurde, habe ich gelacht, die haben alles weiß gestrichen, weiß, das musst du dir mal vorstellen.“
„Von wegen deine Mutter war die Mutter von dir, sie ist entweder gleich jung wie ich oder aber jünger, so was lasse ich mir nicht bieten und was soll das überhaupt: weiß, die hätten die Wand auch holunderrot streichen können, der Inhalt bleibt doch immer der gleiche, alt und mit vergilbten Fingern.“
„Also hör mal, der Herr Komlik kann nun wirklich nichts dafür, das er alt ist und vergilbte Finger hat. Der war früher bei der Deutschen Reichswehr, der hat den Kopf dafür hingehalten, dass es dir heute so gut geht, hier in Deu-tsch-land.“
„Von wegen gut, hier sieh mal da, ein Kothaufen vom Hund. Und mir soll es gut gehen, hier in Deutschland?“
„In Afrika sind die Leute sehr sehr arm, bitte denk darüber einmal nach. Ach ja, hier deine Tabletten.“ Gernot reichte Wimbledon eine blaue, längliche Pille, auf der Fix und Foxi abgebildet waren. Heute Abend, dachte er, werde ich versuchen, endlich herauszufinden, wer diese Gabi Glockner in Wirklichkeit ist. Er musste sie treffen und scheute deshalb auch nicht vor der im drohenden Sänge Tarzans. Sie ist eine Traumfrau, noch so jung, aber schon eine richtige Schönheit und clever, ja clever war Gabi ganz besonders. Dass sie nicht rauchte, empfand Gernot als Ausdruck ihres absoluten Willens und ihres Sexappeals. Ja, Gabi Glockner war eine Traumfrau.
„Ey du Penner, nicht träumen wir müssen gleich unser Referat halten.“ und Wimbledon schaute dabei etwas benommen.
„Ach, das Referat ist doch für mich schon erledigt.“
Circa 43 Sekunden später sahen sie sich im Seminarraum an und weinten. Wimbledon hatte die, studentisch so schön ausgedrückt: hand-outs, auf seinem von Bier und Multivitaminsaft verklebten Toilettendeckel liegen lassen. Den beiden half nur noch, dass sie absolute Experten in Sachen Tocotronic waren.
„Es war das Jahr 1992, Tocotronic sind jung und underground. Sie machen eine Musik, die manchen gefällt, anderen nicht. Außerdem sind sie sehr clever“ wie Gabi Glockner dachte Gernot, ja, wie Gabi Glockner. „Sie lehnen sich gegen das System auf und das sehr gescheit, sie sind keine Nationalisten, von so etwas nehmen sie Abstand.“ Wie Gabi Glockner, wie Gabi Glockner, Mann, ist das eine Frau, und Gernot rollte langsam eine Träne der Rührung über die linke Wange.