Ahlen/Schuhfabrik, ca. 250 Zuschauer

Der Abend fängt nicht so an, wie man sich das vorstellt. Schon beim Einbiegen auf den Parkplatz, schauen wir uns etwas verdutzt an und parken den Wagen neben den 4 schon da stehenden. Zum Glück sieht es drinnen anders aus, was den ersten Schreck nur noch als Schreckchen erscheinen lässt.
Schrecken stellt sich dann wieder bei der Vorband ein (Den Namen braucht man sich nicht zu merken, ich hab nicht einmal gewagt danach zu fragen). Ein völlig unausgegorener Sound wabbert da aus den Boxen. Zwar haben sie nette Ideen, aber dabei bleibt es auch. 20-30 % fehlen der Band, damit man sagen könnte, das ist interessant. Dazu ein Sänger, der aus dem Metal-Bereich kommt und ohne Zweifel seinen Qualitäten dort besitzt. Diese sollte er aber lieber dort zeigen und nicht in einer Band, die sich auf Pfaden des Prog-Rock zu befinden scheint.
Dann Oceansize, eigentlich hab ich keine Erwartung. Die Scheibe find ich genial, was noch lange nicht heißt, dass es Live ebenso funktioniert. Drei Gittaristen lassen mich aufgrund der vorangegangen Sounddefizite etwas ungläubig werden. Als ich dann aber das wohl ca. 1×1 große Brett mit den Effekten sehe, freu ich mich, erst mal leise. Die ersten zwei Stücke läufst musikalisch rund, soundtechnisch noch nicht ganz so, das legt sich aber mit dem dritten Stück. Von da an heißt es anschnallen und mitreißen lassen von einer wunderbaren Band, die es optimal versteht Härte, Druck und seicht fließende Harmonie zu verbinden. Es läuft, das Publikum scheint ein wenig ungläubig ob dem, was da grade vor ihnen passiert. Man kann sich nicht entziehen, selbst wenn man wollte. Es wummert und wabbert, Schrei und Stille, alles fügt sich in ein großes Ganzes. Irgendwann dann, ist das Konzert vorbei. Auf Nachfrage stelle ich fest, dass 1 ½ Stunden vergangen waren, ohne einmal auf die Uhr geschaut zu haben. Allein das beweist was für einen großen Auftritt ich soeben miterleben durfte. Das Gleiche werde die 249 anderen Personen auch gedacht haben, denk ich mir, als ich bei der Beleuchtung des Raums einmal in die Runde schaue. Jetzt freu ich mich auch laut.