Musike31.10.2005 12:29h

Ahlen/Schuhfabrik, ca. 250 Zuschauer

Der Abend fängt nicht so an, wie man sich das vorstellt. Schon beim Einbiegen auf den Parkplatz, schauen wir uns etwas verdutzt an und parken den Wagen neben den 4 schon da stehenden. Zum Glück sieht es drinnen anders aus, was den ersten Schreck nur noch als Schreckchen erscheinen lässt.
Schrecken stellt sich dann wieder bei der Vorband ein (Den Namen braucht man sich nicht zu merken, ich hab nicht einmal gewagt danach zu fragen). Ein völlig unausgegorener Sound wabbert da aus den Boxen. Zwar haben sie nette Ideen, aber dabei bleibt es auch. 20-30 % fehlen der Band, damit man sagen könnte, das ist interessant. Dazu ein Sänger, der aus dem Metal-Bereich kommt und ohne Zweifel seinen Qualitäten dort besitzt. Diese sollte er aber lieber dort zeigen und nicht in einer Band, die sich auf Pfaden des Prog-Rock zu befinden scheint.
Dann Oceansize, eigentlich hab ich keine Erwartung. Die Scheibe find ich genial, was noch lange nicht heißt, dass es Live ebenso funktioniert. Drei Gittaristen lassen mich aufgrund der vorangegangen Sounddefizite etwas ungläubig werden. Als ich dann aber das wohl ca. 1×1 große Brett mit den Effekten sehe, freu ich mich, erst mal leise. Die ersten zwei Stücke läufst musikalisch rund, soundtechnisch noch nicht ganz so, das legt sich aber mit dem dritten Stück. Von da an heißt es anschnallen und mitreißen lassen von einer wunderbaren Band, die es optimal versteht Härte, Druck und seicht fließende Harmonie zu verbinden. Es läuft, das Publikum scheint ein wenig ungläubig ob dem, was da grade vor ihnen passiert. Man kann sich nicht entziehen, selbst wenn man wollte. Es wummert und wabbert, Schrei und Stille, alles fügt sich in ein großes Ganzes. Irgendwann dann, ist das Konzert vorbei. Auf Nachfrage stelle ich fest, dass 1 ½ Stunden vergangen waren, ohne einmal auf die Uhr geschaut zu haben. Allein das beweist was für einen großen Auftritt ich soeben miterleben durfte. Das Gleiche werde die 249 anderen Personen auch gedacht haben, denk ich mir, als ich bei der Beleuchtung des Raums einmal in die Runde schaue. Jetzt freu ich mich auch laut.

Ganz ganz böse26.10.2005 11:27h

Bei Echtzeit entdeckt:

naziscum

Ladies and gentlemen: The Prussians!

„We‘re proud of being white, we want to keep being white,“ sagt die blonde Lynx. „We want our people to stay white … we don‘t want to just be, you know, a big muddle. We just want to preserve our race.“ „We like Avril Lavigne, Green Day and ACDC.“ „And Final War, CutThroat, Brutal Attack and of course Skrewdriver.“

Ob die „Supernanny“ wohl die Entnazifizierung dieser zwei total verzogenen Gören übernehmen würde? Hmm…

Schabernack25.10.2005 20:20h

Mehr solcher schönen Albernheiten gibt es hier.

El Flamingo19.10.2005 13:04h

Zog einer aus um Religion zu erkennen,
traf einbeinigen Krüppel.
„Was war? Was ist? Gib Erklärung!“


Paradies Erlösung

\ /


Religion

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Beinstumpf

Ging nach Haus und besoff sich.

Der gestiefelte Keilof18.10.2005 15:07h

Irgendwo hab ich gelesen, man sollte sein Badezimmer mindestens einmal pro Jahr putzen. Seit einiger Zeit weiß ich auch warum. Nicht nur, dass ich und meine Mitbewohner an Infektionskrankheiten leiden, von denen selbst die Weltgesundheitsorganisation noch nie gehört hat. Nein, die Silberfische haben angefangen, mit uns zu sprechen. Das erste Mal ist das mir aufgefallen. Ich saß auf dem Pott und ließ genußvoll einen sehr sehr großen Schiss ab und plötzlich hörte ich: „Heeeeeee, Aldaaaaaaaaaa! Lad deine Fäkalien woanders ab, du Mistfink!“ Vor meinen Füßen hatte sich eine mindestens fünfzigköpfige Gruppe von demonstrierenden Silberfischen mit kleinen Schildern und Transparenten versammelt, deren Schrift unleserlich klein war. Ein Silberfisch war auf einen Brocken Seife geklettert und heizte über einen Lautsprecher die anderen an. „Aldaaaa, verpiss dich! Unsere Toilette soll sauber bleiben! Spül dich selbst runter, du Arsch!“ Dann skandierten sie etwas. Ich musste genauer hinhören, um es zu verstehen, doch schließlich konnte ich es hören: „Wir sind die Antifä! Wir sind die Antifä! Wir sind die Antifä!“ „Ihr seid was?!“ fragte ich. „Antifä, du Volldepp!“ schrie der Anheizer, „Die antifäkalische Bewegung stattet dir nen Hausbesuch ab!“ „Antifä- hähähä!!!“ rief ich und stampfte mit den Füßen dicht neben den aufgebrachten Silberfischen auf den verdreckten Kachelboden. Die Versammlung löste sich in Panik auf. Ein paar Silberfische versuchten Widerstand zu leisten, indem sie mit zu Boden gefallenen Haaren, die beim Haareschneiden heruntergefallen waren, auf meine Stahlkappen eindroschen und Tabakkrümel und dicke Flusen nach mir warfen, doch ich pustete sie einfach weg. In Windeseile verschwanden die Silberfische wieder durch die Ritzen hinter die Tapete. Als ich schon dachte, ich hätte Ruhe und könne entspannt weiter meine Fäkalien in die Kloschüssel hinabgleiten lassen, steckte der Anheizer seinen Kopf aus der Ritze in der Tapete, schrie: „Wir kommen wieder! Verlass dich drauf!“ und war dann wieder verschwunden. „Ihr seid sowas von dämlich“, rief ich ihm nach, „ihr wisst wohl nicht, dass Klos dafür gebaut wurden, das man hineinscheißt! Kein Klo ohne Fäkalien!“ Ich hörte es aufgebracht murmeln und flüstern hinter der Tapete: „Is das wahr, was er da sagt? Haben wir uns tatsächlich so zum Idioten gemacht?“ Schließlich kroch der Anheizer unter der Tapete hervor und sagte kleinlaut: „Okay, wir verhandeln.“ Ich wischte mir nur genervt den Hintern, spülte ab und begab mich auf die Suche nach dem Putzzeug. Die Silberfische und ich wurden noch gute Freunde und führten interessante politische Diskussionen über Mülltrennung und Abwasserentsorgung.

El Flamingo18.10.2005 10:12h

die stadt ist leider schon abgebrannt.
die junkies haben die macht an sich gerissen und versorgen jeden
rentner und hartz IV empfänger mit reinsten heroin. man kann nur noch am
helligten tag die bude verlassen. nachts wird man sofort ausgeraubt oder
gleich erschossen. die einzelnen banden haben ms unter sich aufgeteilt und
fordern von jedem bewohner ihres viertels schutzgeld.
ja, mein lieber so siehts hier momentan aus, wärst de mal hier geblieben, im
großstadtdschungel ms. so geht dir einiges ab hier.

El Flamingo17.10.2005 10:05h

Wimbledon und Gernot irrten mal wieder zeitlos umher. Uni, Uni-ver-si-tät, das ist ihr Programm.
„Wenn was los ist, dann heut nicht“ trauerte Wimbledon, so einen Tag hatte er noch nie besessen, erst die arglose Mutter, die ihn im nahegelegenen Aldi beinahe die Hand beim Zuziehen des Deckels der Tiefkühltruhe, die leer, lang und schön ist, abgetrennt hatte; dann verwechselte ein riesiger Hundfänger ihn mit einem ganz kleinem Schäferhund und wollte ihn kaputt machen, zu Brei.
„Wieso nichts da los da? Ich bin heute siebzehn mal drei. Und, und, und, und…“ erwiderte Gernot.
„Jetzt sag, was du zu sagen hast, du vom Feuer vertriebener Wanderzirkus.“
„Als unsere Hauswand letzte Woche von dem Malerunternehmen gestrichen wurde, habe ich gelacht, die haben alles weiß gestrichen, weiß, das musst du dir mal vorstellen.“
„Von wegen deine Mutter war die Mutter von dir, sie ist entweder gleich jung wie ich oder aber jünger, so was lasse ich mir nicht bieten und was soll das überhaupt: weiß, die hätten die Wand auch holunderrot streichen können, der Inhalt bleibt doch immer der gleiche, alt und mit vergilbten Fingern.“
„Also hör mal, der Herr Komlik kann nun wirklich nichts dafür, das er alt ist und vergilbte Finger hat. Der war früher bei der Deutschen Reichswehr, der hat den Kopf dafür hingehalten, dass es dir heute so gut geht, hier in Deu-tsch-land.“
„Von wegen gut, hier sieh mal da, ein Kothaufen vom Hund. Und mir soll es gut gehen, hier in Deutschland?“
„In Afrika sind die Leute sehr sehr arm, bitte denk darüber einmal nach. Ach ja, hier deine Tabletten.“ Gernot reichte Wimbledon eine blaue, längliche Pille, auf der Fix und Foxi abgebildet waren. Heute Abend, dachte er, werde ich versuchen, endlich herauszufinden, wer diese Gabi Glockner in Wirklichkeit ist. Er musste sie treffen und scheute deshalb auch nicht vor der im drohenden Sänge Tarzans. Sie ist eine Traumfrau, noch so jung, aber schon eine richtige Schönheit und clever, ja clever war Gabi ganz besonders. Dass sie nicht rauchte, empfand Gernot als Ausdruck ihres absoluten Willens und ihres Sexappeals. Ja, Gabi Glockner war eine Traumfrau.
„Ey du Penner, nicht träumen wir müssen gleich unser Referat halten.“ und Wimbledon schaute dabei etwas benommen.
„Ach, das Referat ist doch für mich schon erledigt.“
Circa 43 Sekunden später sahen sie sich im Seminarraum an und weinten. Wimbledon hatte die, studentisch so schön ausgedrückt: hand-outs, auf seinem von Bier und Multivitaminsaft verklebten Toilettendeckel liegen lassen. Den beiden half nur noch, dass sie absolute Experten in Sachen Tocotronic waren.
„Es war das Jahr 1992, Tocotronic sind jung und underground. Sie machen eine Musik, die manchen gefällt, anderen nicht. Außerdem sind sie sehr clever“ wie Gabi Glockner dachte Gernot, ja, wie Gabi Glockner. „Sie lehnen sich gegen das System auf und das sehr gescheit, sie sind keine Nationalisten, von so etwas nehmen sie Abstand.“ Wie Gabi Glockner, wie Gabi Glockner, Mann, ist das eine Frau, und Gernot rollte langsam eine Träne der Rührung über die linke Wange.




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