Nicht kategorisiert31.08.2006 16:56h

langsam dreht sie sich in das holz, rechts herum. wenn man sie ordentlich eingeschraubt hat, spürt beim überstreichen der fläche mit der hand nichts überstehendes mehr von ihr.

danke, gut so.

Der gestiefelte Keilof06.08.2006 23:19h

Ich wische mir den Schweiß von der Stirn, streiche mir Strähnen aus dem Gesicht und werfe einen Blick auf die Uhr. Es ist viertel vor zehn. Draußen bricht die sanfte Abenddämmerung eines heißen Sommertages herein. Ich nehme den Wischer und geh durch die letzte Ecke des Klassenraums und nehm mir dann den Flur vor. Das hellgraue wellige Linoleum knirscht unter meinen Turnschuhen. Ich schaue den Schulflur hinunter und seufze. Der Flur sieht endlos aus im trostlosen Licht der Neonröhren. Er ist durch Glastüren unterteilt. Ich kann mein Spiegelbild in den Scheiben sehen. Da bin ich. Eine Frau Mitte dreißig mit einem hellblauen Kittel neben einem Rollwagen mit Eimern und Putzzeug und einem Wischer in der Hand. Ich lege den Wischer beiseite und betrachte mein Spiegelbild eingehender, ich drehe und wende mich. Ich habe etwas zugenommen, aber ich sehe trotzdem noch ganz passabel aus. Ich bin eine gutaussehende Frau. Die Männer lieben mein schulterlanges schwarzes Haar, sie begehren meine hellbraune Haut, meinen breiten Hintern, die sanften Hügel meiner Brüste. Jedenfalls rede ich mir das gern ein. Ich werde alt. Drei Kinder gehen nicht so spurlos an einem vorüber. Mein Gesicht ist schlaffer und blasser geworden, meine Falten tiefer und länger. Ich sehe vielleicht nicht wirklich scheiße aus, aber man sieht mir an, dass ich kein Frischobst mehr bin. Ich bin wie ein getrockneter Strauß Rosen, trocken und verhärtet, etwas angestaubt und brüchig. Durchaus schön auf seine Weise. Aber begehrenswert ist etwas anderes. Sie stehen nicht mehr Schlange. Sie schauen mich nur noch an, wenn ihnen langweilig ist und sie aus Zeitvertreib ihren Blick umherschweifen lassen. In Cafés und Dönerbuden, in Bussen oder an Haltestellen. Einige sehen durchaus so aus, als fänden sie das, was sie sehen, sehenswert. Aber manchmal sieht man einen Funken Mitleid darin mitschwingen, als würden sie denken: „Mit zwanzig muss sie wunderschön gewesen sein.“ Aber was interessieren mich die Gedanken dieser Männer da draußen? Ich liebe meinen Mann. Vielleicht nicht mehr so, wie ich ihn geliebt habe, als ich ihn mit 23 geheiratet habe. Aber ich liebe ihn noch immer. Die meiste Zeit seit unserer Heirat habe ich genossen. Trotzdem habe ich das Gefühl, mein Leben als junge Frau weggeworfen zu haben, indem ich so früh geheiratet habe. Ich sehne mich manchmal nach anderen Händen als seinen auf meiner nackten Haut. Ich bin keine abgefuckte Schlampe. Ich will nur etwas mehr vom Leben. Mehr, als mir dieses geben kann. Er ist Busfahrer und er ist gern Busfahrer. Aber ich finde meinen Job beschissen. Ich sollte nicht Putzfrau sein. Ich bin gelernte Bürokauffrau, ich wollte nie Putzfrau sein. Jetzt mach ich mich mit dieser Scheiße kaputt. Böden wischen, Mülleimer ausleeren, Toiletten säubern und älter werden. Es ist zehn Uhr. Ich beginne, den Flur zu wischen.

Der gestiefelte Keilof06.08.2006 22:54h

Patty stand um neun Uhr auf und hüpfte unter die Dusche, um sich den Schweiß der schwülen sommerlichen Nacht von der Haut zu spülen. Sie trank einen schwarzen Tee und rauchte zwei Zigaretten und aß eine Schüssel Cornflakes mit Milch und rauchte noch eine Zigarette. Dann zog sie sich etwas an und stöckelte mit ihrer großen Ledertasche in die Welt hinaus. Es war nun halb elf und die Luft war angenehm kühl und das Licht noch mild und rosa wie der Babypopo des Schreinerlehrlings, der sie gestern nachmittag dafür bezahlt hatte, ihn übers Knie zu legen. Patty hatte heute mittag einen Termin. Eine Hausfrau benötigte ihre Dienste: Patty sollte ihren Mann zum Putzsklaven erziehen. Noch bevor er den Mittagstisch verlassen und sich wie jeden Tag in seine versiffte Altmännerkneipe verziehen würde, um sich ein Herrengedeck nach dem anderen reinzuziehen, sollte sie dort sein und ihn zu einer brauchbaren Putzkraft dressieren. Patty war stolz auf das, was sie tat. Ihre Tätigkeit- und da war sie sich ganz sicher- war ein großartiger Dienst an der Menschheit. Ich sollte sie mal wieder anrufen.

El Flamingo06.08.2006 18:47h

„Ich sitz grad aufem dach in barcelona. da schau ich mir das feuerwerk an und denk an dich. hier kannste nachdem abgestimmt wurde auch mit deinem bulli drauf, dann kannste hier wohnen. die große halle ist immer voll, da is jeden abend was los. jetzt such ich mir noch ne hübsche spanierin und dann bleib ich hier. gut, dass ich mein handy mithab und den laptop. ich flieg dann mal die tage wieder rüber, muss noch zu meinem professor, der bietet mir ne doktorstelle an. brauch nur für den rumfahren und leute befragen. oh, jez bin ich in nen splitter getretten. aber bei der hornhaut ist das egal. Gäähhhnnn.“

nadann

El Flamingo04.08.2006 15:25h

„Du ich glaub ich fahr auf soen Festival. Is bei Köln, ne. Da läuft so Reggae und elektrozeug. Aber am besten ist das rundherum, da gibs auch workshops. Kannste morgen yoga machen, später gibs dann partnerakrobatik und am nachmittag bastel ich mir dann mit den anderen zusammen meinen individuellen traumfänger. Ach echt die bieten soviel an, echt ne. Jonglieren und so, is echt ganz entspannt da. Nur lockere leute. Kannst zu jedem hingehen, sind echt alle voll entspannt, ne. Ja, werd dann wohl so bis sonntag bleiben, dann besuch ich erstmal ein paar leute. Komm doch mit wird super, baby.“

Schabernack10.01.2006 00:48h

körschgen

Helmut Körschgen Gedenkstein

Schabernack25.12.2005 18:49h

An dem Tag, als ihr Kater zum ersten Mal rollig wurde, erfuhr Betty am eigenen Leib, warum es ein folgenschwerer Fehler gewesen war, das Tier mit Wachstumspräparaten für Elefantenbabys aufgepäppelt und nicht kastriert zu haben.

Schabernack21.12.2005 23:00h

Das Leben wird zunehmend in unserer Makro-Funktional-Gesellschaft vom natürlichen Reiz entwöhnt; wenn man sich zusätzlich noch eigene Gesetze schafft, denen man sich unterwirft und unverschämterweise auch noch anderen diese abverlangt, wird es zu einer Farce.

- Prof. Dr. Helge Schneider, „Arschfahl klebte der Mond am Fenster“

Der gestiefelte Keilof19.12.2005 22:42h

Etwas stand auf einer Wand, an der Francine auf dem Weg zum Schlachthof vorbeikam, der genau um die Ecke lag. Es war ein Spruch. Da jedoch ein Teil der Fassade abgesprungen war, war er unvollständig: es fehlten ein paar Buchstaben. Und da die restlichen Buchstaben in so unregelmäßigen Größen und Abständen gesetzt worden waren, war nicht sicher zu sagen, wieviele Buchstaben an der entsprechenden Stelle zu sein hatten, so dass man zumindest hätte erahnen können, wie das volle Wort lautete.

K ~ i s m u s i s t n ich t t ot, e r ri ec h t n ur k o mi sch

„Wie soll ich denn daraus schlau werden?“ sagte Francine gegen die Wand. Aber was immer da gelebt und gestunken hatte, nun war es ganz eindeutig und zweifelsfrei tot, denn der Gestank, der Francine in die Nase stieg, war der von Tod und Verwesung. Die Sonne brannte heiß von einem wolkenlosen Himmel und ließ die Welt gären. Francine kratzte sich zwischen den verschwitzten Arschbacken, wo es juckte.

Schabernack18.12.2005 11:46h

kommentarlos, naja fast!




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